Pressemitteilung
- Weltweites Buyout- und Exit-Volumen erreicht 2025 jeweils den zweithöchsten Stand aller Zeiten
- Buyout-Volumen in der DACH-Region mehr als verdoppelt – die vier größten europäischen Transaktionen des Jahres entfallen auf Deutschland
- Ausschüttungen an Investoren bleiben jedoch verhalten und tragen zu weiterem Rückgang des globalen Fundraising-Volumens im Buyout-Segment bei
- „12 is the new 5“: Bain definiert Faustformel für EBITDA-Wachstum von Portfolio-Unternehmen, um attraktive Renditen zu erzielen
Die Private-Equity-(PE-)Branche gewinnt weltweit wieder an Dynamik. Im Jahr 2025 belebte sich das Transaktionsgeschehen spürbar – sowohl bei Neuinvestitionen als auch bei dem Verkauf bestehender Beteiligungen. Das globale Volumen von Buyout-Deals und Exits erreichte jeweils den zweithöchsten Stand aller Zeiten. Nach drei eher verhaltenen Jahren markiert diese Entwicklung einen Wendepunkt. Zu diesem Schluss kommt die 17. Auflage des „Global Private Equity Report“ der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company. Das Wachstum 2025 hat demnach die Grundlage gelegt für eine weitere Erholung im laufenden Jahr und darüber hinaus.
32.000 unverkaufte Beteiligungen mit einem Wert von 3,8 Billionen US-Dollar
Dieses Wachstum ist jedoch kein Selbstläufer. Der Wettbewerb um Kapital hat sich verschärft und Investoren drängen auf hohe Renditen. Gleichzeitig sieht sich die PE-Branche – wie die Gesamtwirtschaft – tiefgreifenden geopolitischen und technologischen Umbrüchen gegenüber. Trotz eines verbesserten Deal-Momentums verharren die Rückflüsse an Investoren daher auf historisch niedrigem Niveau. Weltweit umfasst das Portfolio der Branche derzeit rund 32.000 unverkaufte Beteiligungen mit einem Wert von 3,8 Billionen US-Dollar. Buyout-Fonds halten ihre Beteiligungen mittlerweile durchschnittlich sieben Jahre – in den 2010er Jahren waren fünf bis sechs Jahre üblich.
Bain-Partner Michael Richthammer, der die PE-Praxisgruppe in der DACH-Region leitet, sieht die Branche an einem Scheideweg: „Das Umfeld für neue Investitionen und Exits ist deutlich günstiger als in den vergangenen Jahren: Die Zinsen sinken und die Konjunktur zeigt sich in vielen Ländern robust. Doch die langen Haltedauern sowie unzureichende Rückflüsse an Investoren haben dazu beigetragen, dass das Umfeld für die Auflage neuer Fonds so herausfordernd ist wie selten zuvor. Um künftig erfolgreich zu sein, müssen Fonds ihre Wertschöpfung konsequenter systematisieren und operativ schärfen.“
Megadeals treiben 44-prozentigen Anstieg des globalen Buyout-Dealvolumens
Im Jahr 2025 nutzten Buyout-Fonds das verbesserte Marktumfeld, um vermehrt in neue Beteiligungen zu investieren. Laut dem Bain-Report stieg das globale Buyout-Dealvolumen (ohne Add-ons) um 44 Prozent auf rund 904 Milliarden US-Dollar. Maßgeblich dazu beigetragen haben wenige Mega-Deals, allen voran die knapp 57 Milliarden US-Dollar umfassende Public-to-Private-Übernahme von Electronic Arts – die größte Buyout-Transaktion aller Zeiten. Insgesamt gab es dreizehn Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar, davon elf in den USA. In Deutschland überschritt lediglich die Übernahme des Stromnetzbetreibers Tennet durch Finanzinvestoren diese Grenze. Flankiert von weiteren milliardenschweren Deals legte das Buyout-Volumen in der DACH-Region 2025 um 136 Prozent auf rund 61 Milliarden US-Dollar zu. Die vier größten Transaktionen in Europa entfielen im vergangenen Jahr allesamt auf Deutschland.
Auch auf der Exit-Seite war 2025 eine deutliche Belebung zu verzeichnen. Das Verkaufsvolumen von Buyout-finanzierten Unternehmen stieg weltweit auf rund 717 Milliarden US-Dollar und lag damit 47 Prozent über dem Vorjahresniveau. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von wenigen großen Transaktionen: Sieben Mega-Exits mit einem Volumen von jeweils über 10 Milliarden US-Dollar vereinten mehr als 20 Prozent des Gesamtvolumens auf sich. Die Zahl der Exits insgesamt ging hingegen 2025 leicht zurück.
Neue Fonds werben 16 Prozent weniger Mittel ein als im Vorjahr
Die stagnierende Zahl an Exits trug dazu bei, dass im vergangenen Jahr die Rückflüsse an Investoren branchenweit hinter den Erwartungen zurückblieben, in der Folge geriet das Fundraising weiter ins Stocken. Buyout-Fonds warben 2025 mit rund 395 Milliarden US-Dollar erneut weniger frisches Kapital ein als im Vorjahr – ein Rückgang von 16 Prozent. Insgesamt sank die Zahl neu aufgelegter Fonds um 18 Prozent und damit bereits das vierte Jahr in Folge. Investoren konzentrieren sich zunehmend auf etablierte Anbieter mit einer verlässlich starken Top-Quartil-Performance.
„Die Private-Equity-Branche ist erwachsen geworden und sieht sich nun – wie jede reife Branche mit starkem Konkurrenzdruck – deutlich höheren Erwartungen ihrer Kunden, in diesem Fall ihrer Investoren, gegenüber“, ordnet Richthammer die Veränderungen ein. „Kapitalanleger fokussieren sich heute auf Fonds mit einer klaren, wiederholbaren und leicht nachvollziehbaren Strategie zur Erzielung von Top-Renditen. Der entscheidende Hebel dabei ist ein starkes EBITDA-Wachstum der Beteiligungen.“
Neue Renditelogik für Private Equity
Aus der Erfahrung aus zahlreichen PE-Projekten hat Bain eine Faustformel für den Erfolg unter veränderten Rahmenbedingungen entwickelt: „12 is the new 5“. In der sogenannten goldenen Dekade der 2010er Jahre genügte ein durchschnittliches EBITDA-Wachstum der Portfoliounternehmen von rund 5 Prozent, um attraktive Renditen zu erzielen. Denn die Zinsen waren niedrig, der Fremdkapitalanteil hoch und die Bewertungsmultiplikatoren stiegen. Nun liegen die Finanzierungskosten bei 8 bis 9 Prozent, der Zugang zu Fremdkapital ist begrenzt und die Multiples verharren auf hohem Niveau. Um unter diesen Bedingungen vergleichbare Renditen zu erwirtschaften, sind künftig im Schnitt 10 bis 12 Prozent jährliches EBITDA-Wachstum erforderlich.
„Wertsteigerungen im Portfolio resultieren heute wesentlich stärker als in den 2010er Jahren aus operativen Verbesserungen sowie steigenden Umsätzen der Beteiligungen und deren gelungener strategischer Weiterentwicklung“, nennt Bain-Partner Richthammer die Konsequenzen. Erfolgreich seien künftig Fonds, die die Alpha-Generierung als systematische Kernkompetenz verstehen – durch klare Differenzierung, Spezialisierung und datenbasierte Entscheidungsmodelle. Richthammer ist überzeugt: „Die besten Fonds werden weiterhin überdurchschnittliche Renditen erzielen und Investoren überzeugen. Doch es braucht ein deutlich höheres Maß an strategischer Klarheit, operativer Umsetzungskraft und konsequenter Wertschöpfung, um sich in dem neuen Umfeld durchzusetzen.“
Über den Report
Für den „Global Private Equity Report 2026“ hat Bain & Company die weltweiten Entwicklungen im Private-Equity-Markt 2025 umfassend analysiert. Grundlage sind umfangreiche Transaktionsdaten zu Investments, Exits, Fundraising und Renditen aus internationalen Datenbanken wie Dealogic sowie ergänzende Analysen aus dem globalen Bain-Netzwerk. Zusätzlich fließen Erkenntnisse aus Praxisprojekten und branchenübergreifenden Trendanalysen ein, um Private-Equity-Gesellschaften und institutionellen Investoren fundierte Einblicke in das aktuelle Marktumfeld zu geben.