Brief

Wie Deutschlands CEOs ihre Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs bringen
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Auf einen Blick
  • Führungskräfte halten Nachhaltigkeit in den nächsten fünf Jahren für gleich wichtig wie bisheriges Top-Thema Digitalisierung, viele erachten sie sogar für noch bedeutender.
  • Die an der Studie teilnehmenden Unternehmen wollen im Schnitt bis 2035 Klimaneutralität erreichen.
  • Noch sind CEOs in Deutschland mit der Haltung ihrer Unternehmen in puncto Nachhaltigkeit zufriedener als mit ihrem bisherigen Handeln.
  • In zehn Schritten lässt sich die anstehende Transformation systematisieren.

Eine Studie in Zusammenarbeit mit

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Die gemeinsame Studie „Von Haltung zu Handlung: Wie Deutschlands CEOs ihre Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs bringen“ des FUTURIST Institute for Sustainable Transformation, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Bain & Company basiert auf ausführlichen Gesprächen mit mehr als 20 Top-Führungskräften im Vorfeld der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow. Sie hat ergeben, dass sich die Prioritäten klar verändert haben.

Nachhaltigkeit steht auf der CEO-Agenda ganz oben

Für neun von zehn Top-Führungskräften ist das Thema Nachhaltigkeit in den kommenden fünf Jahren mindestens genauso wichtig wie die Digitalisierung. Nahezu jeder zweite CEO hält es künftig sogar für bedeutender. Die Ambitionen auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit reichen vom Absichern des bisherigen Erfolgs bis hin zur konsequenten Nutzung sich bietender Chancen.

Klimaneutralität ist dabei derzeit das alles überragende Ziel. Im Durchschnitt benötigen die Unternehmen dieser Analyse noch 14 Jahre, um zumindest ihre eigenen CO2-Emissionen auf eine Nettonull zu reduzieren. Bei der erforderlichen Transformation kommt es nach Einschätzung der CEOs zu Zielkonflikten. So vertreten sechs von zehn Befragten die Ansicht, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zumindest derzeit noch Gegensätze sind.

Abbildung 1

Treiber und Hindernisse bei der Nachhaltigkeitstransformation

Was die Transformation antreibt und was sie hemmt

Jede zweite Führungskraft hält Unternehmen bei der anstehenden Transformation von exogenen Faktoren getrieben. Dazu zählen eine fordernde Öffentlichkeit, eine anspruchsvolle Regulierung und der technologische Fortschritt. Hindernisse stellen aus Sicht der CEOs unter anderem eine ambivalente Kundschaft, kurzfristig denkende Aktionäre und eine behäbige Organisation dar.

Top-Führungskräfte übernehmen selbst Verantwortung

Die Transformationspfade einzelner Unternehmen hängen weitgehend von der jeweiligen Branche und dem Geschäftsmodell ab. Diese Faktoren determinieren die Komplexität der Transformation und die Abhängigkeit von vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, Investoren und weiteren Stakeholdern. Für den anstehenden Wandel nehmen Unternehmen ihre Zulieferer in die Pflicht, erarbeiten gemeinsam nachhaltige Lösungen oder unterstützen ihre Partner sogar bei deren Transformation.

Abbildung 2

Transformationspfade

Von Marathon bis Triathlon im Team

Die Topmanagerinnen und -manager sehen sich angesichts des bevorstehenden Umbaus vor allem in vier Rollen: als Antreiber, Kommunikatoren, Dirigenten und Mahner. Immer mehr Vorstandsvorsitzende übernehmen selbst formal oder de facto die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit. Darauf aufbauende Ziele fließen vermehrt in ihre Vergütungssysteme ein.

Top-Führungskräfte sehen bisheriges Handeln selbstkritisch

Mit den bisherigen Fortschritten bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmen geben sich die CEOs noch nicht zufrieden. Auf einer Skala von 1 bis 10 (komplett unzufrieden bis sehr zufrieden) benoten sie die Haltung ihres Unternehmens zur Nachhaltigkeit im Durchschnitt mit 7,1. Was die Handlungen angeht, summiert sich der Durchschnittswert bislang erst auf 5,6.

Abbildung 3

Zufriedenheit mit der Transformation

Haltung wird positiver bewertet als Handlung

Nur mit einer klaren Haltung und entschlossener Handlung kommen Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs. Mit zehn Schritten können sie den Umbau systematisieren. Allen voran zählen dazu eine klare Definition messbarer und ambitionierter Ziele, eine stringente Integration der Nachhaltigkeitsstrategie in die finanzielle Steuerung des Unternehmens sowie ein Kulturwandel, um das Verhalten der Belegschaft ebenso wie die Governance an Nachhaltigkeitszielen auszurichten. Zudem sind die Führungskräfte selbst gefordert, indem sie Nachhaltigkeit vorleben und in der Organisation Leidenschaft hierfür wecken.

Studie in Zusammenarbeit mit

Studie in Zusammenarbeit mit

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FUTURIST ist ein Institut für nachhaltige Transformation, das Wissen schafft und vermittelt, um Organisationen, Branchen und Wertschöpfungsketten in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Es wurde von der gemeinnützigen Werte-Stiftung, der Innovationsplattform FUTURY und der Wirtschaftsuniversität ESMT Berlin initiiert. An der vorliegenden Studie waren ausschließlich die FUTURIST-Initiatoren Werte-Stiftung und FUTURY beteiligt.

 

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Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist ein weltweit führendes Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit. Mit mehr als 350 Mitarbeitern trägt das PIK durch Veröffentlichungen und durch sein Engagement in zahlreichen Partnerschaften und Netzwerken zum Wissen der globalen wissenschaftlichen Gemeinschaft bei.

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