Brief

Corona-Krise hat Private-Equity-Branche nur kurz gestoppt
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Auf einen Blick
  • Erstmals sind innerhalb eines Kalenderjahrs Buy-out-Investitionen von weltweit mehr als 1 Billion US-Dollar möglich
  • Zur Halbzeit 2021 beläuft sich nicht-investiertes Kapital auf 3,3 Billionen US-Dollar
  • Exit-Volumen übertrifft bereits nach sechs Monaten das des Gesamtjahrs 2020
  • Megafonds treiben Fundraising 2021 in Richtung Höchststand

Für den Private-Equity-(PE-)Sektor könnte 2021 zum besten Jahr seiner Geschichte werden. Darauf deuten die weltweiten Branchendaten hin, die die internationale Unternehmensberatung Bain & Company im Rahmen ihrer Studie „Private Equity’s Wild First-Half Ride“ ausgewertet hat. Sollte sich die Entwicklung der ersten sechs Monate in der zweiten Jahreshälfte annähernd fortsetzen, sind jeweils rund 1 Billion US-Dollar oder mehr bei Investitionen, Exits von Buy-out-Fonds und dem Fundraising möglich – und damit neue Rekordwerte.

Die aktuelle Entwicklung im Private-Equity-Sektor ist außergewöhnlich. Auf solch eine Rekordjagd hätte die Branche vor einem Jahr angesichts der Pandemie kaum zu hoffen gewagt. Und dieser Trend könnte sich fortsetzen, denn zum 30. Juni 2021 verfügten PE-Fonds mit 3,3 Billionen US-Dollar über so viel nicht-investiertes Kapital wie noch nie.

Technologiesektor vereint ein Drittel aller Deals auf sich

Darüber hinaus realisieren immer größere Fonds immer größere Transaktionen. Im ersten Halbjahr 2021 lag das durchschnittliche Dealvolumen bei 1,1 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 48 Prozent entspricht. Buy-out-Fonds investierten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt bereits 539 Milliarden US-Dollar in Portfoliounternehmen.

Jeder dritte Deal wurde im Technologiesektor abgewickelt, wobei insbesondere Softwarefirmen im Fokus des Interesses standen. Angesichts der vielerorts beschleunigten Digitalisierung gibt es unverändert Potenzial, denn das weltweit stark wachsende Technologiesegment wird weiterhin viel Kapital anziehen.

Schärfere Regulierung beendet Höhenflug der SPACs

Bei neuen Beteiligungen nutzte die PE-Branche zuletzt vor allem in Nordamerika häufig sogenannte Special Purpose Acquisition Companies (SPACs). Diese emittieren zuerst Aktien, um damit später dann eine Transaktion vorzunehmen. Doch im April 2021 verschärfte die US-Börsenaufsicht die Regulierung und bereitete dem Höhenflug der SPACs so zumindest vorläufig ein Ende. Nichtsdestotrotz hielten zum 30. Juni dieses Jahres 419 SPACs insgesamt 133 Milliarden US-Dollar Kapital, für das sie geeignete Zielunternehmen suchen.

Hohe Verkaufserlöse schaffen noch mehr Anreiz

Der positive Einfluss der SPACs auf das Exit-Geschehen zeigte sich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres vor allem in Nordamerika. Auf sie entfiel dort knapp ein Viertel des gesamten Volumens von Beteiligungsverkäufen. Weltweit summierten sich die Verkaufserlöse der Buy-out-Fonds zur Halbzeit 2021 auf 488 Milliarden US-Dollar und lagen damit bereits 10 Prozent über dem Wert des Gesamtjahrs 2020. Durch hohe Verkaufserlöse und damit hohe Mittelrückflüsse an Investoren gewinnt die PE-Branche für Kapitalanleger weiter an Attraktivität. 

Harter Wettbewerb und Digitalisierung sind Herausforderung

Aus dem bisherigen Geschäftsverlauf 2021 ergeben sich für den PE-Sektor mehrere Konsequenzen. Sie müssen sich auf einen noch härteren Wettbewerb einstellen, was selbst für die zuletzt im Schatten stehenden kleineren Deals gilt. Zu hoch ist die Summe an nicht-investiertem Kapital und noch vergleichsweise gering die Zahl neuer Transaktionen. Darüber hinaus gilt es dem digitalen Wandel konsequent Rechnung zu tragen. PE-Fonds müssen ihre technologische Kompetenz ausbauen. 

Ungeachtet dessen dürfte sich die positive Entwicklung im PE-Sektor fortsetzen. Dafür spricht aktuell eine ganze Reihe von Faktoren. Der robuste Aufschwung in vielen Ländern und die anhaltende Niedrigzinspolitik der Zentralbanken zählen dazu ebenso wie die aufnahmebereiten Kapitalmärkte. Derzeit stehen die Zeichen gut, dass 2021 tatsächlich zum neuen Rekordjahr für die Private-Equity-Branche wird.

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