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Auf einen Blick
Angesichts der Coronavirus-Epidemie sind die Gesundheitssysteme weltweit mehr denn je unter Druck. Aus Sicht der Makrotrendspezialisten von Bain haben die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf einem zehnstufigen „Situational Threat Report Index“ (SITREP) nunmehr Stufe 6 erreicht. Doch wie beeinflusst die aktuelle Situation die Leistungsausgaben sowie die Steuerung der Krankenkassen in Deutschland? Die Bain-Analyse zeigt, dass gerade bei Krankenhäusern mit einem Kostenschub zu rechnen ist – infolge der stationären Aufnahme Infizierter auch in Spezialambulanzen sowie aufgrund ihrer Behandlung auf Normal- und Intensivstationen bis hin zu künstlicher Beatmung. Ein ähnliches Bild ergibt sich im ambulanten Bereich. Die Leistungsausgaben steigen mit jeder Abrechnung eines Covid-19-Tests, der 59 Euro kostet. Im Gegenzug dürften die laufenden Informationskampagnen dazu führen, dass die Zahl regulärer Arztbesuche für Vorsorgetermine und Kontrolluntersuchungen zurückgeht. Angesichts der festen Budgets wird sich dies allerdings nur bedingt auf die Leistungsausgaben auswirken. Was die anderen Leistungsbereiche der gesetzlichen Krankenversicherungen anbelangt, dürften lediglich die Fahrkosten wegen der wachsenden Zahl von Krankentransporten, die für Infizierte nötig werden, leicht steigen. Ansonsten prägen stabile oder sogar rückläufige Ausgaben das Bild (Abbildung).
Beeinträchtigung des operativen Geschäfts Intern werden die gesetzlichen Krankenversicherungen alles daransetzen, auch bei Krankheitsfällen und den damit verbundenen Quarantänemaßnahmen im eigenen Haus das operative Geschäft möglichst reibungslos aufrechtzuerhalten und ihre Kunden bestmöglich zu informieren. Um einschätzen zu können, in welchem Maß die operativen Abläufe im Versorgungs- und Leistungsbereich – und somit Genehmigungen und Rechnungsprüfungen – gefährdet sind, sollten sich Krankenkassen mit den nachfolgenden Fragen befassen:
Diese Bewertung basiert auf den derzeit gültigen Regelungen zu Genehmigungen und Abrechnungsprüfung. Aufgrund der enormen operativen Herausforderungen für Krankenkassen scheint eine Anpassung der Regelungen, beispielsweise Fristen für den Zeitraum der Pandemie zu verlängern oder auszusetzen, aber als denkbar und sinnvoll. |
