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Brief

Börsengang: Den Fluch des Gewinners brechen
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Auf einen Blick
  • Zwei Drittel der Neuemissionen entwickeln sich in einem Fünfjahreszeitraum schwächer als ihre jeweilige Peergroup.
  • Die Aktienrendite von Neuemittenten in den Jahren 2010 bis 2014 lag weltweit durchschnittlich bei nur 0,4 Prozent pro Jahr, während ihre jeweiligen Benchmarks im gleichen Zeitraum 8,4 Prozent schafften.
  • Börsenneulinge sollten drei Faktoren berücksichtigen, um eine attraktive Aktienrendite nach dem Börsengang zu erreichen.

Der Bain-Analyse zufolge entwickeln sich zwei von drei Neuemissionen schwächer als ihre jeweilige Peergroup – und das unabhängig von der Region, der Branche oder den bisherigen Eigentümern.

Allerdings gibt es signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Industriezweigen und Ländern. Insbesondere Healthcare- und Retail-Werte bleiben deutlich hinter ihren Benchmarks zurück. Rohstoff- und Energiewerte erleiden dagegen im Durchschnitt nur vergleichsweise geringe Verluste (Abbildung).

Figure 3

IPO underperformance spans every industry

Anleger aus China und der Schweiz hingegen erzielen mit Börsengängen genauso hohe Renditen wie mit etablierten Werten.

Drei Faktoren für eine erfolgreiche IPO-Performance

Die aktuelle Bain-Studie zeigt auf, was Börsenneulinge mit einer attraktiven Aktienrendite nach einem IPO besser machen als andere. Generell sind drei Faktoren erfolgsentscheidend:

  1. Langfristige Vision. Die Mittel aus dem Börsengang sollten Unternehmen für eine längerfristige Maximierung ihres Unternehmenswertes nutzen. Vorreiter nennen von Beginn an klare Ziele für Umsatz, Ergebnis und Cashflow und artikulieren deutlich, wie sie diese Ziele erreichen wollen.
  2. Orientierung an den Bedürfnissen der Aktionäre. Vorbörsliche Investoren haben andere Interessen als Aktionäre. Während es vor einem Börsengang primär um eine möglichst hohe Bewertung und den Erhalt der Liquidität geht, rücken danach Umsatz- und Ergebniswachstum in den Fokus. Wer dies verinnerlicht und entsprechend handelt, schafft sich eher eine langfristig orientierte Investorenbasis.
  3. Langfristig überzeugende Equity-Story. Es greift zu kurz, sich mit aller Macht auf einen möglichst optimalen Verkauf seiner Aktie beim Börsengang zu konzentrieren. Stattdessen sollte frühzeitig mit externen Experten eine längerfristige Strategie entwickelt und konsequent umgesetzt werden.
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