Brief
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Auf einen Blick
Noch Anfang 2020 konnte die Private-Equity-(PE-)Branche dank Megainvestitionen, Rekordzuflüssen und hohen Renditen auf die besten sechs Jahre ihrer Geschichte zurückblicken. Die Corona-Pandemie stoppte den Rekordlauf jedoch abrupt. Zwar bietet die Krise auch attraktive Einstiegsmöglichkeiten in Unternehmen, doch die tiefe Rezession und die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen sorgen für massive Veränderungen in ganzen Märkten und Branchen. Eine überarbeitete Wertsteigerungsstrategie tut not, damit PE-Fonds ihr Portfolio krisenfest machen und für den nächsten Aufschwung vorbereiten können. Wertsteigerungsstrategien aus der Vorkrisenzeit sind überholt Value-Creation-Pläne entstehen zu Beginn eines Investments auf Basis einer Due Diligence und skizzieren den Weg für die angestrebte Wertsteigerung. Jedoch sind die vor der Corona-Krise gültigen Strategien zur Wertsteigerung von Beteiligungsunternehmen am Jahresende 2020 größtenteils oder sogar komplett obsolet. PE-Fonds müssen nun auf die Disruption in zahlreichen Märkten und die schwierigen Rahmenbedingungen reagieren. Ein erneutes Durchleuchten des Portfolios, und zwar mit der gleichen Akribie wie im Zuge der ursprünglichen Due Diligence, ist unabdingbar. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse über Märkte, Kunden und Wettbewerber sind ausschlaggebend, um die Strategie der Portfoliounternehmen neu auszurichten. PE-Fonds, die dabei rasch und entschlossen handeln, können ihren Portfoliofirmen einen entscheidenden Vorsprung sichern. Die Pandemie beschleunigt Megatrends Im Zuge der Corona-Pandemie beschleunigen sich drei Megatrends, die PE-Experten bei der Neuausrichtung ihrer Portfoliostrategie im Blick behalten müssen:
Diese Trends haben in allen Branchen großen Einfluss auf die Wettbewerbsdynamik und bieten somit Vorreitern die Chance, sich abzusetzen. Etablierte Marktführer haben gerade jetzt die Möglichkeit, ihre Marktposition weiter zu stärken. Ein Beispiel dafür ist der Lebensmitteleinzelhandel. Durch neue Marken ist dort ist die Zahl der Wettbewerber in den vergangenen Jahren zunehmend gestiegen und war bis Anfang 2020 für rund ein Drittel des Marktwachstums verantwortlich. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr haben etablierte Marken jedoch konsequent ihre größenbedingte Stärke unter Beweis gestellt und konnten so bis heute ihren Anteil am Marktwachstum wieder auf 95 Prozent ausbauen.
Figure 1
Überdurchschnittliche Renditen sind weiterhin möglich Die Krise bietet Unternehmen, die sich richtig aufstellen, die Chance, erheblich schneller Marktanteile zu erobern als sonst. Entscheidend ist dafür ein geeigneter Value-Creation-Plan. Bei der Ausarbeitung müssen sich PE-Fonds vorrangig mit drei Fragen beschäftigen:
Die meisten PE-Manager haben unmittelbar auf die Turbulenzen im Zuge der Pandemie reagiert. Jetzt gilt es, die strategischen Weichen für die Post-Corona-Zeit zu stellen und die PE-Branche für den nächsten Aufschwung zu rüsten. Mit geeigneten Value-Creation-Plänen lassen sich weiterhin überdurchschnittliche Renditen erzielen – und somit auch die Erwartungen der Portfoliounternehmen, PE-Manager und Investoren erfüllen. |