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Brief

Deutschlands Banken 2018: Schneller, stärker … und rentabler?
Auf einen Blick
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern beläuft sich gerade einmal auf 2 Prozent
  • Nur jedes zwölfte Kreditinstitut verdient hierzulande seine Eigenkapitalkosten
  • Im Rendite-Ranking liegen Automobil- und Direktbanken sowie Vermögensverwalter vorn

Citius, altius, fortius. Deutschlands Banken bemühen sich derzeit vehement, dem olympischen Motto „schneller, höher, stärker“ gerecht zu werden. Sie digitalisieren, schließen Filialen, bauen Kosten ab und stellen ihren Vertrieb um. Doch all dies vermag nichts an der anhaltenden Renditeschwäche der ständig abnehmenden Zahl der Banken zu ändern. 2017 belief sich die durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern gerade einmal auf 2,0 Prozent, und nur jede zwölfte Bank verdiente ihre Eigenkapitalkosten.

Der entscheidende Grund ist neben dem unvermindert harten Wettbewerb – und dem vom Regulator eingeforderten Wachstum der Eigenkapitalpolster – vor allem die fortwährende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Zinsüberschuss sank 2017 gemessen am Eigenkapital um nahezu 2 Prozentpunkte auf 16,9 Prozent. Der ewige Hoffnungsträger Provisionsgeschäft konnte diesen Rückgang nicht ausgleichen. Darüber hinaus gibt es auf der Kostenseite trotz aller Anstrengungen in jüngster Zeit nur wenig Bewegung. In der Konsequenz ist die Cost-Income-Ratio zuletzt um 3 Prozentpunkte auf 72 Prozent gestiegen – die Renditefalle schnappt zu.

Direkt- und Automobilbanken mit überdurchschnittlichen Renditen

Einzelnen Institutsgruppen gelingt es jedoch, sich abzuheben. Wie in den Vorjahren erzielten vor allem Direkt- und Automobilbanken auch 2017 überdurchschnittliche Renditen. Zudem müssen sich die genossenschaftlichen Kreditinstitute und Sparkassen nicht verstecken, wird die eigenkapitalstärkende Risikovorsorge gemäß §340g HGB aus dem Aufwand herausgerechnet. Doch selbst in diesem Fall bleibt die Eigenkapitalrendite der Branche unterhalb der Eigenkapitalkosten von 4,9 Prozent.

Die Renditeschwäche der Banken trifft die Eigentümer. Dies zeigt der von Bain durchgeführte weltweite Vergleich der Aktienrenditen in verschiedenen Branchen. Diese Kennzahl schrumpfte bei Europas Kreditinstituten in den vergangenen zwölf Monaten auf -9 Prozent. Eine Untersuchung der Treiber der Aktienrendite macht deutlich, woran es aktuell vor allem mangelt: Es geht um Vertrauen, das Niveau der Multiples ist rückläufig.

Potenzial ausschöpfen und Partnerschaften ausbauen

Ob börsennotiert oder nicht, angesichts der Renditeschwäche müssen die Banken handeln – und das gleich in dreifacher Hinsicht. Zum einen dürfen sie in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, das volle Potenzial ihrer Geschäftsmodelle zu heben. Zum anderen kommen sie angesichts der disruptiven Kräfte der Digitalisierung nicht umhin, sich in einem bis dato ungekannten Maß für Partnerschaften zu öffnen. Und schließlich müssen sie sich verstärkt mit dem Thema Fusionen befassen.

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